Allgemein

Was ist eigentlich Wolle?

Als Wolle bezeichnet man nach dem Textilkennzeichnungsgesetz die weichen Haare des Fells vor allem der Schafe. Aber auch die spinnfähigen Haare von Ziegen, Kamelarten und Kaninchen fallen unter diesen Begriff wie z.B. Angora-Wolle, Kamelhaar oder Kaschmir und werden oft unter dem Begriff Wolle mitbenutzt.

Gar nicht so dumm – das Schaf

Bei der Schafwolle finden wir häufig die Bezeichnung Schurwolle oder reine Schurwolle. Das bedeutet, dass es sich bei der verarbeiteten Wolle um neue, unmittelbar von einem lebenden Tier geschorene Wolle handelt und nicht um aus Alttextilien recycelte Wolle. Eine besondere Rolle spielt der Begriff Schurwolle. „Reine Schurwolle“ muß zu 100 Prozent aus diesen Fasern bestehen. Bei Textilmischungen darf der Begriff Schurwolle vorkommen, wenn sie nur eine weitere Faser enthalten und zu mindestens 25 Prozent des Gewichts aus Schurwolle besteht. Das Verhältnis muss auf dem Etikett genannt werden, etwa „52 % Schurwolle, 48 % Baumwolle“.

Besonders bei Pullovern beliebt ist die Merino-Wolle. Aber auch für Hosenanzüge und Kostüme werden im hochwertigen Bereich gerne Merino-Wollstoffe verarbeitet. So bedeutet z.B. bei Stoffen die Bezeichnung „Super 100“, das 100 Meter diese Garns nur ein Gramm wiegen.

Es handelt sich dabei um eine sehr hochwertige, feine und weiche Wolle, die von den Merinoschafen gewonnen wird. Der Name Merino stammt von einer nordafrikanischen Berberdynastie, den Meriniden, die zwischen 1150 und 1300 bis nach Spanien vordrangen. Heute stammt die überwiegende Produktion von Merinowolle aus Australien und Neuseeland.

Ebenfalls beliebt ist die Wolle der Shetlannd-Schafe. Sie leben wie es der Name sagt auf den zu Schottland gehörenden Shetland-Inseln im Europäischen Nordmeer. Dem Klima angepasst liefern sie eine Spitzenwolle, die sowohl für die Konfektion als auch in der Strickerei-Industrie gerne verwendet wird.

Trägt eine Wolle die Bezeichnung „Lambswool“, so haben wir es  mit einem Produkt zu tun, das von der Erstschur eines bis zu einem Jahr jungen Schafes stammt.

Da gibt’s nichts zu meckern. Edles Haar von der Ziege.

Neben der Schafwolle beliebt ist Wolle aus Ziegenhaar. Die Haare der Angoraziege werden Mohair genannt. Die Wolle der Angoraziege ist lang, seidig, gelockt und bei jungen Tieren sehr fein. Mohair wird je nach Alter der Ziege und damit dem Durchmesser des Ziegenhaars (je jünger das Tier, desto feiner das Haar) in die Kategorien „Kid“, „Young goat“ und „Adult“ unterteilt, wobei für Bekleidung im wesentlichen die Feinheitsklasse „Kid“ verarbeitet wird.

Textilien aus Mohair zeichnen sich durch ein weiches und angenehmes Tragegefühl aus. Durch die feinen Fasern ist Mohair wasserabweisend; zugleich saugt er Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen. Im Sommer hat der Stoff einen kühlenden Effekt, im Winter einen wärmenden. Außerdem zeichnet sich Mohair durch weitgehende Knitterfreiheit aus.

Die edelste und zugleich teuerste Wolle liefert uns die Kaschmirziege. Doch weil es beim Thema Kaschmir so viel Wissenswertes gibt und so viele Feinheiten zu beachten sind, wollen wir dieses Thema einem gesonderten Blog vorbehalten.

Und sie luden die Lasten den Kamelen auf, ….

…steht in der Weihnachtsgeschichte.Kamele, Kleinkamele wie die Alpakas, Lamas und Vikunjas sind weitere Wolllieferanten. Doch auch darüber erfahren Sie mehr in einem weiteren Blogbeitrag.